G1Gemeinde1Gemeinden stellen die Weichen für die Energiewende

 

 

 

 

Das St. Galler Energiegesetz verpflichtet die Gemeinden, über Baugesuche und Beratungen den fossilen Energieverbrauch stark zu reduzieren. Meist betreiben die Gemeinden selbst ein Elektrizitätswerk und können die Einspeisung von erneuerbarer Energie fördern, den Stromverbrauch von Wärmepumpen steuern und das Energiesparen belohnen.

 

gemeindeversammlung

Der Kanton St. Gallen hat seit dem Jahr 2000 ein Energiegesetz, das auch unter Druck der Grünen letztmals 2012 revidiert wurde. Es bezweckt die Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik mit Förderung einer umweltschonenden Energie-versorgung durch Einsparungen und rationelleren Verwendung von Energie. Die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern soll auf mehrere verschiedene verteilt werden.

Das Gesetz bestimmt den Kanton und die Gemeinden als verantwortliche Akteure und gibt ihnen entsprechende Kompetenzen. Vor allem den grösseren Gemeinden kommt eine wichtige Rolle zu, da sie verpflichtet sind, ein Energiekonzept zu erstellen.

Zurzeit haben von den 20 grösseren Gemeinden im Kanton, die verpflichtet sind, nur gerade 12 ein eigenes Energiekonzept erstellt. Einige Gemeinden, erfreulicherweise auch kleinere, haben sich dem Energiestadt-Label angeschlossen.

Praktisch alle Gemeinden haben ein eigenes Elektrizitätsversorgungsunternehmen und haben somit direkten Einfluss auf das Angebot an die Stromkunden. Obwohl sie technisch sehr eng mit einem Stromlieferanten verbunden sind, haben sie grosse Freiheit in der Gestaltung des Angebots und der Tarife.

Beim Strombezug bieten etwas weniger als die Hälfte den umweltfreundlichen Strommix (Wasser, Wind und Sonne) als Standard an. Damit zahlen die Privatkunden quasi-freiwillig einen zusätzlichen Beitrag an die erneuerbaren Energien. Industrie und Gewerbe können als Standard die unsaubere Energie verbrauchen und müssen sich weniger um Energieeffizienz bemühen. Im Moment führt dies schon zu einer Förderung der erneuerbaren, jedoch nicht zu einer Reduktion der unsauberen Energieerzeugung.

Bei der Einspeisevergütung von Solarstrom geben nur 13 Gemeinden an, dass sie dies speziell fördern. Nachdem die kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes gedeckelt ist, sehen sich private Solarproduzenten mit äusserst unattraktiven Preisen konfrontiert und werden oft noch mit pauschalen monatlichen Gebühren belastet. Obwohl der Produktionspreis für Solarstrom kontinuierlich sinkt, verhindern die nicht geförderten Tarife die Eigeninitiative vieler Hausbesitzer.

Ein attraktiver Tarif, verbunden mit Beratung und Solarkataster könnte die private Energiewende massiv ankurbeln.

Weiterführende Links:

http://www.gruene-sg.ch/fileadmin/Arbeitsgruppen/AG_Energie/Energiewende_Gesamtbericht_20140423.pdf

http://www.umwelt.sg.ch/home/Themen/Energie/energiekonzept.html

 

Susanne Hoare
Susanne Hoare, St.Gallen
Grüne SG

 

"Auch kleinere Gemeinden können Grossartiges zur Energiewende beitragen. Es braucht jedoch engagierte Gemeindebehörden."