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O Obsoleszenz

 

Obsoleszenz ist die geplante beschränkte Lebensdauer von Konsumgütern

 

 

 

Der Hersteller verhindert absichtlich die vernünftige Lebensdauer von Geräten, z.B. Smartphones, Haushaltgeräten oder Fahrzeugen. Dies macht Reparaturen unmöglich oder viel zu teuer.

SmartphonesDas Smartphone will nicht mehr. Sie bringen es zum Händler, wo Ihnen verkündet wird, da sei der Akku verbraucht. Man müsste ihn ersetzen, dann würde das Phone wieder funktionieren, aber der Akku ist so eingebaut, dass man ihn nicht entfernen kann, ohne das Gerät kaputt zu machen. Es steckt eine Absicht der Herstellerfirma dahinter, denn auf diese Weise kann sie mehr Smartphones verkaufen als eigentlich verlangt würden. Dieses Verhalten heisst „geplante Obsoleszenz“.

Das klassische Beispiel für geplante Obsoleszenz ist die Glühlampe. 1924 wurde in Genf unter führenden Glühlampenherstellern abgemacht, dass die Lebensdauer einer Glühlampe nicht höher als 1000 Stunden sein solle. Diese internationale Vereinbarung hiess Phoebuskartell. Kritiker betrachten es als Modellfall einer geplanten Obsoleszenz; die Lampenhersteller sehen das natürlich anders und berufen sich auf den Zielkonflikt zwischen Lebensdauer, Helligkeit und Stromverbrauch: de.wikipedia.org/wiki/Phoebuskartell. Tatsache ist, dass man schon längst auch klassische Glühlampen mit guter Lichtausbeute und grösserer Lebensdauer hätte produzieren können. Das Problem sind wir jetzt los, heutzutage kauft man LED-Leuchtmittel, die sehr lange halten.

Geplante Obsoleszenz lässt sich auf mannigfache Weise in Konsumgüter einbauen:

  • Geräte lassen sich zum Reparieren gar nicht öffnen, weil sie verleimt sind oder weil man zum Lösen der Schrauben ein spezielles Werkzeug einsetzen muss.
  • Das defekte Teil kann nicht ausgebaut werden (siehe das Beispiel Akku oben).
  • Es gibt keine Ersatzteile mehr.
  • Es gibt zwar Ersatzteile, aber diese passen nicht ins Gerät, welches repariert werden sollte, weil man ihre Form abgeändert hat.
  • Bei Computern: Das neue Betriebssystem läuft nicht auf einem älteren Gerät.

Zudem kann man Ersatzteile so teuer verkaufen, dass es schon fast günstiger ist, ein neues Gerät zu erstehen. Oder der Hersteller bietet nur teure Reparaturen an. Und ein toller Trick einiger Hersteller besteht darin, ständig neue Designs auf den Markt zu bringen und dem Publikum weis zu machen, man benötige unbedingt dieses neue Ding. So werden „Bedürfnisse“ geschaffen, die ansonsten eigentlich kein Mensch hätte. Das alte Ding landet dann im Abfall, samt den kostbaren Rohstoffen, die man für seine Herstellung benötigte.

Es gibt jedoch Abhilfe bei diesem leidigen Thema, nämlich die sogenannten Repair Cafés. Interessierte Leute (jene, die etwas reparieren lassen möchten und jene, die reparieren können) treffen sich dort und flicken gemeinsam die kaputten Dinge: www.konsumentenschutz.ch/repaircafe/schweizer-repair-cafes/.

Weiterführende Hinweise und Links:

 Grüne Positionen zur Energiepolitik

 

Heidi Steinegger
Heidi Steinegger, Rapperswil
Grüne SG

 

"JedeR sollte sich bei der Anschaffung eines neuen Gerätes überlegen, ob es nicht eine Alternative gibt, die später repariert werden kann"